Organist


Kleucker-Orgel
Dreieinigkeitskirche Regensburg
Der Hang zur Orgel war schon früh vorhanden. Mit etwa 14 Jahren erhielt Klaus Uwe Ludwig seinen ersten Orgel-Unterricht bei Renate Zimmermann an der Weigle-Orgel seiner Heimatgemeinde, der Markuskirche Mannheim. Renate Zimmermann unterrichtete streng und intensiv; sie gab dem motivierten Tastenspieler, der am liebsten gleich Bachs »Toccata F-Dur« und Regers »BACH« gespielt hätte, nicht nur konsequent pädagogische Spiel-Aufgaben, sie traktierte ihn auch mit Kontrapunkt-Aufgaben und Aussetzen von vierstimmigen Chorälen.

Ob hier schon der musicae virus ein erstes leichtes Spiel hatte?


Walcker-Orgel
Lutherkirche Wiesbaden
Leider verließ Renate Zimmermann die Markuskirche Mannheim bald, schickte ihren Schüler aber zu Heinz Markus Göttsche, der 1960 an der Christuskirche Mannheim sein Amt als Organist und Leiter des Bach-Chors Mannheim antrat.

Göttsche liebte alte Engländer, Niederländer und die gesamte Norddeutsche Schule, selbstverständlich auch Bach, Reger und Johann Nepomuk David.

Klaus Uwe Ludwig unterzog sich brav (oder manchmal auch nicht) diesen Aufgaben, spielte aber damals schon gern, soweit er es konnte, romantisch-symphonische Franzosen.

Immerhin gab ihm Göttsche zu diesen wertvolle pädagogische Hilfe, obwohl er deren Werke mit seinem strengen norddeutschen Verständnis als geistliche Unterhaltungsmusik titulierte. Immerhin konnte ihn Ludwig dann mit Messiaen überzeugen, dessen sich Göttsche sehr rasch annahm.

Als Klaus Uwe Ludwig sein Studium am ehrwürdigen Evangelischen Kirchenmusikalischen Institut (später zur Hochschule gewandelt) begann, blieb Heinz Markus Göttsche offiziell sein Orgel-Lehrer und stets sein Mentor.

An der Musikhochschule Mannheim legte Klaus Uwe Ludwig im März 1967 das Konzert-Diplom für „Künstlerisches Orgelspiel“ ab, das er „mit Auszeichnung“ erhielt.


Spieltisch Steinmeyer-Orgel
Kitzingen
Obwohl Klaus Uwe Ludwig sich nie zu den Organisten zählte, die reihenweise Briefe verschicken, um zu Konzerten eingeladen zu werden, durfte er doch da und dort spielen . . . und richtete selbstverständlich an seinen Stellen (Mannheim, Kitzingen, Regensburg, Wiesbaden) regelmäßige Orgelkonzerte ein.

Trotz seines Hangs zur französischen oder allgemeinen romantischen Orgel-Symphonik legte er sich nie auf ein spezielles Gebiet fest. Zu seinem Repertoire gehören alle Epochen der Musikgeschichte bis hin zu zahlreichen Uraufführungen.

Höhepunkte waren sicherlich die Gesamtaufführung des Bach’schen Orgelwerks in den Jahren 1980 und 2000, sowie das mörderische Eintrainieren (und natürlich Aufführen) des gesamten Orgelwerks von Max Reger 1989-91.

Ziemlich früh, jedenfalls zu einer Zeit, als die Suche nach dessen Noten hierzulande noch sehr mühsam war, begeisterte sich Klaus Uwe Ludwig an den Werken Sigfrid Karg-Elerts. Diese bis heute anhaltende Begeisterung manifestierte sich nicht nur in der Darbietung dieser Werke in Konzerten; sie geht auch bis zu mehreren CD-Einspielungen und Neu-Ausgaben mancher Werke (Edition Breitkopf). Eine ganz besondere Aufführung der »Bilder vom Bodensee« war die Begleitung dieser expressiven spätromantischen Musik mit ebenso ausdrucksvollen Dia-Impressionen in Doppel-Projektion mit Überblendung. Hierzu bedurfte (und bedarf es jeweils) einer ausgeklügelten Regie-Anweisung für die Projektion, um dem Mikrokosmos der Karg-Elertschen Musik einen bildhaften Mikrokosmos entgegen zu setzen.


Spieltisch Klais-Orgel
Lutherkirche Wiesbaden
Die heitere (Orgel-)Muse bringt Klaus Uwe Ludwig zuweilen zur Darbietung entsprechender Werke, die etwa unter dem Titel »Lasst die Pfeifen tanzen« zum Klingen (und zu CD-Aufnahmen) kommt.

Dabei sind die Werke mal original, mal transkribiert. Dabei ist Klaus Uwe Ludwig gern selbst tätig. Manche dieser Transkriptionen sind bereits ediert (siehe Bearbeitungen). Publikumswirksam war und ist seine Bearbeitung des »Bolero« von Maurice Ravel. Dessen immer währender und charakteristischer Trommel-Rhythmus liegt im Pedal und ist eine sportliche Herausforderung!

Sozusagen um die Finger wieder zum reinen Spiel zu bringen, hat sich Klaus Uwe Ludwig auf seiner dafür ungemein geeigneten Klais-Orgel aller wichtigen Choral-Bearbeitungen Bachs angenommen. So gibt es das »Orgelbüchlein«, die »Leipziger« und »Schübler-Choräle«, die »Orgelmesse« und die »Choral-Partiten« ebenso auf CD wie einige der bekannten und beliebten Werke des großen Thomaskantors (siehe CD-Aufnahmen).

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