Dirigent

Dirigieren lernen heißt nicht nur, es ordentlich studieren. Es ist auch viel Zuschauen.


Kitzingen
Klaus Uwe Ludwig lernte ordnungsgemäß im Heidelberger Evangelischen Kirchenmusikalischen Institut.
Das Fach Dirigieren war allerdings damals nicht sonderlich gut besetzt. Der Dozent (dessen Name hier selbstverständlich verschwiegen wird, außerdem ist er längst gestorben, und De mortuis nil nisi bene) liebte es, Stücke studieren zu lassen, die er gerade mit seinem Chor aufführte. Einmal ging er sogar so weit, dass er uns aufforderte: Kinder, alle Welt macht an Weihnachten die „Weihnachts-Historie“ von Schütz. Wir beschäftigen uns dieses Jahr einmal mit der „Weihnachts-Geschichte“ von Brunckhorst. Kauft euch doch die Noten. Sie sind im Hännsler-Verlag erschienen. Alle taten wie befohlen, nur ein ungehorsamer K. U. L. nicht, weswegen er prompt angerempelt wurde: Na, Ludwig, keine Noten? Wie wollen Sie das Stück denn lernen? Kurz und gut, nach nur zwei, drei Stunden des Studiums sagte der (nach wie vor ungenannte) Meister: Kinder, nächste Woche ist Weihnachten. Ich führe das Stück mit meinem Chor auf. Gebt mir doch eure Noten. Wir brauchen noch welche!


Heinz Markus Göttsche
Aber jetzt wieder ernsthaft:
Viel hat Klaus Uwe Ludwig von seinem Chorleiter Heinz Markus Göttsche abgeschaut (Dirigieren ist auch viel Zu- und Abschauen), dass es erst über ihn hieß: Aha, Klein-Göttsche.

Es ist aber anzunehmen, dass sich das reine Kopieren inzwischen gelegt hat. Schließlich geht die Entwicklung weiter; man sieht sehr viel anderes, man bereitet sich vor, man lernt an den Stücken, die man aufführt, und an den Fehlern, die man macht (vornehmer: die einem unterlaufen).

In Klaus Uwe Ludwigs Repertoire (kein schönes Wort, denn jedes neue Stück reizt doch!) finden sich nicht nur die gängigen Oratorien, natürlich auch Kantaten und Motetten, sondern auch etliche kleine und große (und ungewöhnliche) Orchester-Werke.

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